Sprecher seit 2016

Olga Alekskova

Buromoscow, Moskau

2004 gründeten Olga Aleksakova und Julia Burdova Buromoscow. Sie waren die ersten Architekten jenseits der postsowjetischen Kombinate, die sich mit Vorfertigung und industriellem Wohnungsbau beschäftigten. Gewohnt im Umgang mit großen Gebäudemassen, mit Projekten mit bis zu einer Million Quadratmeter Wohnungsfläche, gestalten sie jenseits der üblichen Monotonie alles ein bisschen schöner. Zu den Auftraggebern zählen alle großen Moskauer Projektentwickler, wie PIK oder LSR Group. Julia studierte Architektur am Moskauer Architekturinstitut MArchI, Olga an der TU Delft und arbeitete anschließend bei OMA in Rotterdam. Seit 2018 lehren sie an der Columbia GSAPP in New York. Zahlreiche Preise, u. a. für die Gestaltung des Triumph-Platzes im Zentrum von Moskau.

www.buromoscow.com

Architecture Matters 2020

Kiril Ass

Alexander Brodsky Studio, Moskau

Das gegenwärtige Bild von Russland ist fast durchweg dunkel, bedrohlich, zumindest undurchsichtig. Spionage, Fake News, Aggression, Wodka. Ist das wirklich so einseitig? Der Architekt und Architekturtheoretiker Kiril Ass skizziert von innen heraus ein kritisches Bild des Landes und insbesondere der Stadtentwicklung Moskaus seit 1989: Vom Turbokapitalismus der 1990er, der Phase der Liberalisierung bis zur aktuellen Hinwendung zum Nationalen und teils widersprüchlichen Ideen von alter Größe – Ideen von Zukunft, die sich doch ausschließlich um die Vergangenheit drehen.

Als Architekt arbeitet Ass im Büro von Alexander Brodsky. Er lehrt an der unabhängigen „Moscow School of Architecture“. Mit seiner Frau Nadya Korbut entwirft er eindringliche Ausstellungen u. a. für das Garage Museum of Contemporary Art oder das Jüdische Museum.

Architecture Matters 2017

Frank Barkow

Barkow Leibinger, Berlin

1993 gründeten Frank Barkow und Regine Leibinger ihr amerikanisch-deutsches Büro in Berlin. Der Schwerpunkt liegt auf dem Bauen für mittelständische und große Unternehmen, von Masterpläne bis zu repräsentativen Bauten für Produktion, Logistik und Verwaltung. Dabei greifen Praxis, Forschung und Lehre eng ineinander. Zu den jüngsten Projekten zählen der Tour Total in Berlin, die Trumpf Smart Factory in Chicago oder das Harvard ArtLab in Cambridge.

www.barkowleibinger.com

Architecture Matters 2020

Anton Belov

Garage Museum of Contemporary Art, Moskau

Seit 2010 ist Anton Belov Direktor von Garage, dem interessantesten Museum für zeitgenössische Kunst in Russland. Er ist ein Absolvent der Moskauer National University of Science and Technology mit Diplomen in Physik und Chemie. Vor Garage gründete er die Nonprofit-Galerie White und lancierte das zweisprachige Kunstmagazin Artguide. Seit 2018 leitet er den Fachbereich von Garage an der Hochschule der Wirtschaftswissenschaften in Moskau.

www.garagemca.org

Architecture Matters 2020

Laurence Bolhaar

OMA, Rotterdam

Seit 2015 arbeitet Laurence Bolhaar für OMA und hat an einer Vielzahl von Projekten maßgeblich mitgewirkt: von konzeptionellen Entwürfen über Umbauten, Bühnenbilder und Produktdesign. Dazu zählen das KaDeWe in Wien und Berlin, ein Datencenter in Russland, der MPavilion in Melbourne und mehrere Modenschauen von Prada.

www.oma.eu

Architecture Matters 2020

Ayzit Bostan

Künstlerin und Designerin, München

„Mich interessiert die Essenz von Dingen. Und Bands. Und Popkultur.“ Die Designerin und Künstlerin mit türkischen Wurzeln bewegt sich seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Design und Kunst, Ausstellungen und Modeindustrie. Neue Kollektionen präsentiert sie nicht auf Modenschauen, sondern als Performances und Installationen in Galerien und Museen, wie dem MMK Frankfurt oder dem Goethe-Institut Tokyo. Bei ihren textilen Entwürfen geht es um Qualität statt Masse, das nervöse Kaufen bedient sie nicht: Pro Jahr erscheinen zwei Taschen- und eine Kleiderkollektion. Bostan wurde mit dem IF Product Design Award und dem DDC Silver Award Product Design ausgezeichnet.

www.ayzitbostan.com

© Fabian Frinzel (Portraitfoto)

Architecture Matters 2017

Jürgen Bruns-Berentelg

Geschäftsführer, HafenCity Hamburg GmbH

Bereits seit 2003 ist Prof. Jürgen Bruns-Berentelg Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, einer öffentlichen Entwicklungsgesellschaft im Eigentum Hamburgs, die mit der Entwicklung der HafenCity und anderer Gebiete betraut ist. Als größtes innerstädtisches Entwicklungsprojekt wird die HafenCity, wenn vollendet, die Hamburger Innenstadt um 40 Prozent erweitern. Davor war Bruns-Berentelg in leitenden Positionen bei britischen, amerikanischen und deutschen Immobilienunternehmen tätig und an Großprojekten wie dem neuen Hauptbahnhof in Berlin oder dem Sony Center am Potsdamer Platz beteiligt. Seit 2014 ist er Professor für Integrierte Stadtentwicklung an der HafenCity Universität Hamburg.

www.hafencity.com

Architecture Matters 2018

Julia Burdova

Buromoscow, Moskau

2004 gründeten Olga Aleksakova und Julia Burdova Buromoscow. Sie waren die ersten Architekten jenseits der postsowjetischen Kombinate, die sich mit Vorfertigung und industriellem Wohnungsbau beschäftigten. Gewohnt im Umgang mit großen Gebäudemassen, mit Projekten mit bis zu einer Million Quadratmeter Wohnungsfläche, gestalten sie jenseits der üblichen Monotonie alles ein bisschen schöner. Zu den Auftraggebern zählen alle großen Moskauer Projektentwickler, wie PIK oder LSR Group. Julia studierte Architektur am Moskauer Architekturinstitut MArchI, Olga an der TU Delft und arbeitete anschließend bei OMA in Rotterdam. Seit 2018 lehren sie an der Columbia GSAPP in New York. Zahlreiche Preise, u. a. für die Gestaltung des Triumph-Platzes im Zentrum von Moskau.

www.buromoscow.com

Architecture Matters 2020

Emanuel Christ

Christ & Gantenbein, Basel

„Wir machen Architektur so, wie man sie immer gemacht hat, (…) allerdings in einer zeitgenössischen Form.“ Emanuel Christ und Christoph Gantenbein suchen nach dem Prinzipiellen und Typologischen, stellen die grundsätzliche Fragen nach Raum, Körper, Materie. Im letzten Jahr haben sie mit gleich zwei Museumserweiterungen begeistert, dem Kunstmuseum in Basel sowie dem grandiosen Landesmuseum in Zürich. Gegenwärtig arbeiten sie an der Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums in Köln sowie einer Vielzahl weiterer Projekte. Die alten Schweizer Heroen, Herzog & de Meuron, Peter Märkli etc. – alles auch Lehrer von Christ & Gantenbein – treten langsam ab. Die neuen, vielfach ausgezeichnet, stehen bereit.

www.christgantenbein.com

© Markus Jans (Porträtfoto)

Architecture Matters 2017

Chris Dercon

Intendant, Volksbühne Berlin

Es war die Theaterdebatte des vergangenen Jahres. Chris Dercon ist seit August 2017 Intendant der Volksbühne Berlin. Damit beerbte der gebürtige Belgier nach 25 Jahren Frank Castorf. Zuvor leitete er u. a. das PS1 in New York, das Haus der Kunst in München und von 2011 bis 2016 die Tate Modern in London. Während dieser Zeit wurde auch der neue Anbau von Herzog & de Meuron eröffnet. Ein Museumsmann als Leiter eines der wichtigsten Theater Deutschlands – und für seine Gegner die Verkörperung des kosmopolitisch-kulturellen Jetsets. „Wir sind ein neuartiges Mischwesen“ so Dercon über seine Volksbühne. Vielleicht sind die experimentellen Produktionsformen, bei denen Grenzen zwischen den Genres verschwimmen, genau der Weg herauszufinden, was Theater morgen sein wird, will es relevant bleiben.

www.volksbuehne.berlin

Architecture Matters 2018

Katja Eichinger

Autorin, Journalistin, München

Katja Eichinger studierte Film & Filmtheorie am British Film Institute in London. Nach einer Karriere als Journalistin mit den Schwerpunkten Kino, Popkultur und Konsumgesellschaft ist sie seit 2006 als Buch- und Drehbuchautorin tätig. 2018 produzierte sie mit Rem Koolhaas das elektronische Musikalbum „Junkspace“, das der Shopping Mall gewidmet ist. Zu ihren Büchern gehört der Bestseller „BE“ über ihren verstorbenen Ehemann, den Filmemacher Bernd Eichinger. Ihr neues Buch „Mode und andere Neurosen“ erscheint im April 2020 beim Aufbauverlag.

www.katjaeichinger.com

Architecture Matters 2020

Karim El-Ishmawi

Kinzo, Berlin

Sie kennen sich aus dem Berliner Nachtleben. 2005 gründeten Chris Middleton und Karim El-Ishmawi dann gemeinsam mit Martin Jacobs Kinzo – heute ein international tätiges Büro an der Schnittstelle Innenarchitektur und Design. Die Coolness haben sie sich bewahrt, nicht nur in ihrer Gestaltung. Zu ihren Auftraggebern zählen adidas, Soundcloud, Zalando oder der Suhrkamp Verlag. Zahlreise Preise.

www.kinzo-berlin.de

Architecture Matters 2020

Johannes Ernst

Steidle Architekten, München

Seit 2005, nach dem plötzlichen Tod von Otto Steidle, leitet Johannes Ernst das Büro Steidle Architekten gemeinsam mit Martin Klein und Johann Spengler. Es ist eines der großen Münchner Architekturbüros mit Fokus vor allem auf Wohn- und Bürogebäude sowie städtebauliche Rahmenplanungen. Seit 2010 beschäftigt sich Ernst mit dem Areal „Rund um den Ostbahnhof“ – gelegentlich wird er auch als „Mastermind“ des Werksviertels bezeichnet. Er möchte hier ein Stück Großstadt bauen, den Industriecharme und Teile der historischen Pfanni-Gebäude erhalten. Geprägt hat er dieses Viertel auch mit eigenen Gebäuden, wie der Medienbrücke und dem „Urban Mother Fucker“ Werk 3, so Ernst’ eigene Worte.

www.steidle-architekten.de

Architecture Matters 2017

Jürgen Fenk

SIGNA, Wien

Jürgen Fenk ist seit Oktober 2017 Mitglied des SIGNA Group Executive Boards. Davor war er Mitglied des Vorstandes der Landesbank Hessen-Thüringen. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Banken-, Kapitalmarkt- und im Immobiliengeschäft. In seine neue Tätigkeit für die SIGNA Unternehmensgruppe fallen insbesondere die Bereiche Banking, Kapitalmarkt sowie Capital Sourcing. Darüber hinaus baut er neue Geschäftsfelder etwa im Bereich Proptech, Debt Fund und Insurance Business für die Gruppe auf.

www.signa.at

© Julie Brass (Porträtfoto)

Architecture Matters 2019

Reinier de Graaf

Partner bei OMA, Rotterdam

Reinier de Graaf ist Partner bei OMA, einem der einflussreichsten Architekturbüros weltweit. Er verantwortet Stadtplanungen in Europa, dem Nahen Osten und Russland, dazu Projekte wie das Timmerhuis in Rotterdam (2015), das Stadtverwaltung, Büros und Wohnungen vereint, Holland Green in London (2016), bei dem Luxusapartments ein Design Museum finanzieren, oder den Hochhauskomplex De Rotterdam (2013). Seit 2002 ist er zudem Direktor von AMO, dem Think Tank von OMA. Sein neustes Buch „Four Walls and a Roof: The Complex Nature of a Simple Profession”, das Ende September erschien, ist bereits in der dritten Auflage gedruckt.

www.oma.eu

Architecture Matters 2018

Jan Grarup

Kriegsfotograf, Kopenhagen

Jan Grarup ist ein dänischer Kriegsfotograf. Seit den 90er Jahren reist er in die Krisenregionen dieser Erde. Golfkrieg, Genozid in Ruanda, die Belagerung von Sarajevo, der Krieg in Tschetschenien, Dafur, Somalia, Irak, Syrien etc. Dabei dokumentiert er nicht nur – ihn interessieren die Menschen. Ehrlich, intensiv und mit viel Empathie erzählt er die Geschichten derjenigen, die selbst keine Stimme haben. Für seine Arbeit gewann er unter anderem acht Mal den World Press Photo Award, erstmals für seine Berichterstattung über den Krieg im Kosovo. Grarup ist einer der Mitgründer der Bildagentur Noor und hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt „And Then There Was Silence“, das bildgewaltig und fünf Kilo schwer seine Fotografien seit den 90er Jahren versammelt.

www.andthentherewassilence.com
www.jangrarup.photoshelter.com

Architecture Matters 2019

Peter Haimerl

peter haimerl . architektur, München

Peter Haimerl ist in einem niederbayerischen Dorf im Bayerischen Wald aufgewachsen. Eine gewisse Sturheit, Geradlinigkeit und Unabhängigkeit hat er sich bewahrt und ist heute einer der interessantesten Köpfe der deutschen Architektenszene. Immer wieder zieht es ihn zurück in seine Heimat, zuletzt 2014 mit dem Bau des grandiosen Konzerthauses in Blaibach. Haimerl wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Architekturpreis und dem Bayerischen Kulturpreis.

www.peterhaimerl.com

Architecture Matters 2016

Stefan Höglmaier

Euroboden Gruppe, München

Stefan F. Höglmaier ist Geschäftsführer der Euroboden Gruppe, die der 42-Jährige im Alter von 24 Jahren gründete. Er ist einer der wenigen Bauträger, die mit guter Architektur und nicht allein mit Bruttogeschossfläche Geld verdienen. Wenn Höglmaier von einer Idee überzeugt ist, kämpft er, auch auf juristischem Weg, länger als die meisten anderen für ihre Umsetzung. Dafür arbeitet er mit einigen der Besten der Branche zusammen, David Adjaye, David Chipperfield, Peter Haimerl oder Muck Petzet. Natürlich wohnt er auch privat spektakulär, in einem umgebauten Hochbunker mit eigenem Kunstraum im Erdgeschoss.

www.euroboden.de

© Julian Baumann (Porträtfoto)

Architecture Matters 20172016

Franz-Josef Höing

Oberbaudirektor, Hamburg

Seit November 2017 ist Franz-Josef Höing Oberbaudirektor in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg. Damit ist er Nachfolger von Jörn Walter, der dieses Amt 18 Jahre innehatte. Hamburg kennt Höing gut. Von 2000 bis 2004 war er persönlicher Referent des Oberbaudirektors und Leiter der Projektgruppe Hafencity. Danach war er als Senatsbaudirektor in Bremen sowie als Dezernent für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr in Köln tätig. Seine Herausforderung ist nun, das weitere Wachstum der Hansestadt zu gestalten – das Wohnungsbauprogramm des Senats sieht 10.000 neue Wohnungen jährlich vor, dazu kommen Großprojekte wie der Elbtower in der HafenCity.

www.hamburg.de

Architecture Matters 2019

Ulrich Höller

ABG Group, Frankfurt

Seit Januar 2020 ist Ulrich Höller geschäftsführender Gesellschafter der ABG Real Estate Group. Er ist einer der bekanntesten deutschen Immobilienmanager und seit über 28 Jahren in Führungspositionen in der Branche aktiv, zuletzt als Vorstandsvorsitzender der GEG German Estate Group AG. Höller hält mehrere Aufsichts- und Beiratsmandate, u. a. als Vorstand des deutschen Immobilienverbandes ZIA.

www.abg-group.de

Architecture Matters 20202018

Andrej Holm

Humboldt-Universität, Berlin

Dr. Andrej Holm ist Sozialwissenschaftler, Aktivist und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von Dezember 2016 an war er kurzzeitig von der rot-rot-grünen Landesregierung in Berlin zum Staatssekretär für Wohnen berufen worden – ein klarer Richtungswechsel, eine Priorisierung von sozialen Funktionen des Wohnens vor privaten Interessen. Seine Themen sind die Stadt- und Wohnungspolitik sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Konflikte. In seinen Forschungsprojekten beschäftigt er sich u. a. mit Stadterneuerung, Gentrification, Hausbesetzungen und Zwangsräumungen. Zu seinen wichtigen Monographien und Herausgeberschaften gehören „The Berlin Reader. A Compendium on Urban Change and Activism“ (Transcript-Verlag 2013), „Reclaim Berlin. Soziale Kämpfe in der neoliberalen Stadt“ (Assoziation A 2014) und „Mietenwahnsinn. Warum Wohnen immer teurer wird und wer davon profitiert“ (Droemer Knaur 2014).

www.andrejholm.de

Architecture Matters 2018

Paul Indinger

Building Radar, München

2015 gründete Paul Indinger (*1988) zusammen mit zwei Mitstreitern Building Radar. Zuvor hatte er in München, China und an der London School of Economics Volkswirtschaft studiert. Building Radar ist eine digitale Suchmaschine für Bauprojekte, die Gebäude weltweit mittels künstlicher Intelligenz zu einem sehr frühen Zeitpunkt identifiziert. Mittlerweile umfasst das Team knapp 40 Mitarbeiter und arbeitet mit über 120 Kunden zusammen. Darunter sind Weltmarktführer wie Bosch, Siemens und Linde sowie mittelständische Unternehmen wie Vitra oder Schüco.

www.buildingradar.com

Architecture Matters 2019

Christoph Ingenhoven

ingenhoven architects, Düsseldorf

Eine der Kernkompetenzen von ingenhoven architects ist die Planung und Realisierung von Hochhäusern. Bereits 1985, mit 25 Jahren, gründete Christoph Ingenhoven sein Büro, inzwischen eines der international führenden für nachhaltige, ökologische Architektur. Seit 1997 planen ingenhoven architects den unterirdischen Hauptbahnhof Stuttgart als Kern des Verkehrs- und Städtebauprojekts Stuttgart 21. Das mit 400.000 Quadratmetern bislang größte Projekt des Büros ist der 2017 fertiggestellte, vielfach ausgezeichnete Hochhauskomplex Marina One in Singapur. Aktuell im Bau befinden sich unter anderem zwei Hochhäuser in Tokio.

Hauptsitz von ingenhoven architects ist Düsseldorf, dazu kommen Standorte in St. Moritz, Sydney, Singapur und Santa Clara, USA. Christoph Ingenhoven ist Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen sowie der Bundesstiftung Baukultur.

www.ingenhovenarchitects.com

© Jim Rakete (Porträtfoto)

Architecture Matters 2019

Matthias Lilienthal

Intendant der Münchner Kammerspiele

Seit 2015 ist Matthias Lilienthal Intendant der Münchner Kammerspiele. Und gilt nicht erst seit „Shabby Shabby Apartments“ – seinem Einstand im gentrifizierten Münchner Herz und Stadtzentrum – als unerschrockener Szenen-Durchmischer. Von seiner vormaligen Spielstätte, dem Hebbel am Ufer in Berlin (HAU), verabschiedet er sich mit „Unendlicher Spaß“, einem 24-Stunden-Marathon durch die utopischen Orte Westberlins. Gegenwind für die Münchner Spaßgemeinschaft scheint garantiert.

www.muenchner-kammerspiele.de

Architecture Matters 2016

Carsten Loll

Partner, Linklaters, München

Dr. Carsten Loll ist Partner bei Linklaters und einer der führenden deutschen Immobilienwirtschaftsrechtsanwälte. Er berät nationale und internationale Unternehmen, Investoren und Banken im Immobilienwirtschaftsrecht, bei Immobilientransaktionen und Finanzierungen, bei Projektentwicklungen und im gewerblichen Mietrecht. Das Gesamtvolumen der von ihm beratenen Transaktionen umfasst bisher mehrere Milliarden Euro, darunter der Erwerb der Kaisergalerie in Hamburg durch AFIAA, der Verkauf des Elisenhofs in München an Tishman Speyer oder der Erwerb eines pan-europäischen Logistikportfolios durch Blackstone. Zuvor leitete Loll die nationale und internationale Real Estate Gruppe von DLA Piper. Er ist Mitglied des Executive Committee des Urban Land Institute und Local Chair in München.

www.linklaters.com

Architecture Matters 2018

Ellen van Loon

OMA, Rotterdam

Ellen van Loon ist Partnerin bei OMA und verantwortete zahlreiche preisgekrönte Projekte. Zu den wichtigsten zählen BLOX, das neue Zuhause des Dänischen Architekturzentrums in Kopenhagen (2018); Rijnstraat 8 (2017); Lab City (2017); das G-Star Headquarter in Amsterdam (2014); De Rotterdam, das größte Gebäude der Niederlande (2013); der Prada Transformer Pavillion in Seoul (2009); Casa da Musica in Porto (2005), 2007 Gewinner des RIBA Awards; sowie die Niederländische Botschaft in Berlin (2003), Gewinner des Mies van der Rohe Awards 2005.

Gegenwärtig arbeitet Ellen van Loon is currently an der Factory Manchester, einem neuen Zentrum für die darstellenden Künste; einem neuen Gebäude für das Brighton College in England, dem Gerichtshof in Lille und dem KaDeWe Wien.

www.oma.eu

Architecture Matters 2020

Regula Lüscher

Senatsbaudirektorin, Berlin

Die Architektin und Stadtplanerin Regula Lüscher ist seit 2007 Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin. Zuvor war die gebürtige Baselerin stellvertretende Direktorin des Amtes für Städtebau in Zürich und unter anderem für die erfolgreiche Umgestaltung des Industriequartiers Zürich-West verantwortlich. Berlin möchte sie als wilde Schönheit weiterentwickeln. Die Europacity ist eines der großen, zentralen Stadtgebiete, das sie von Anfang an mitgeprägt hat. Gegenwärtig entwirft sie unter anderem ein neues Hochhausleitbild für die Hauptstadt. Seit 2011 lehrt Regula Lüscher zudem als Honorarprofessorin an der Universität der Künste Berlin.

www.stadtentwicklung.berlin.de

© Anne Schönharting (Porträtfoto)

Architecture Matters 2019

Niklas Maak

Architekturkritiker und Autor, Berlin

Dr. Niklas Maak ist Autor, Architekturkritiker und leitet zusammen mit Julia Voss das Kunstressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Gegenwärtig unterrichtet er Architekturtheorie in Harvard und ist einer der Co-Kuratoren von Rem Koolhaas Ausstellung „Countryside, Future of the World“, die 2020 im Guggenheim Museum in New York gezeigt wird. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen „Fahrtenbuch: Roman eines Autos“, „Durch Manhattan“ sowie „Wohnkomplex: Warum wir andere Häuser brauchen“, eine Kulturgeschichte des Wohnens und Plädoyer für neue, kollektive Wohnformen jenseits der traditionellen Kleinfamilie.

Architecture Matters 2019

Winy Maas

MVRDV, Rotterdam

Gerade erst ist er 60 Jahre alt geworden. 1993 hat er zusammen mit Nathalie de Vries und Jacob van Rijs MVRDV, eines der erfolgreichsten, internationalen Büros für Architektur und Stadtplanung, gegründet. Zahlreiche markante, aufsehenerregende Gebäude sind seitdem entstanden, wie die gestapelten Landschaften des niederländischen Pavillons zur Expo 2000 in Hannover, die Glas-Farm in Schijndel, die Markthalle in Form eines Triumphbogens in Rotterdam, Chrystal Houses in Amsterdam mit einem Chanel-Flagshipstore mit Glasziegel-Fassade oder die Tianjin Binhai Bibliothek in Tianjin, China. 2020 eröffnet das öffentlich zugängliche Depot des Museums Boijmans van Beuningen in Rotterdam. Dazu kommen Masterpläne wie Grand Paris und viele mehr. Mit Albanien verbindet Maas eine besondere Beziehung. Dieses Frühjahr beginnt der Umbau der Pyramide von Tirana, das ehemalige Museum des albanischen Staatschefs Enver Hoxha, das in ein Kulturzentrum umgewandelt wird.

Winy Maas ist Professor für Architektur und Stadtplanung an der TU Delft, hat darüber hinaus an zahlreichen Universitäten, wie der AA in London, am MIT in Cambridge, in Yale, an der Columbia in New York oder am Strelka Institut in Moskau, unterrichtet. In diesem Jahr ist er zudem Gastredakteur des Architekturmagazins Domus.

www.mvrdv.com

© Barbra Vries (Porträtfoto)

Architecture Matters 2019

Elisabeth Merk

Landeshauptstadt, München

Im November 2018 hat der Stadtrat Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk einstimmig für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Seit 2007 ist sie als Nachfolgerin von Christiane Thalgott Stadtbaurätin in München. Zuvor leitete sie u. a. die Stadtentwicklung und Stadtplanung in Halle | Saale. Seit 2005 ist sie Professorin an der HfT Stuttgart, seit 2015 Präsidentin der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.

www.muenchen.de

Architecture Matters 202020192018

Chris Middleton

Kinzo, Berlin

Sie kennen sich aus dem Berliner Nachtleben. 2005 gründeten Chris Middleton und Karim El-Ishmawi dann gemeinsam mit Martin Jacobs Kinzo – heute ein international tätiges Büro an der Schnittstelle Innenarchitektur und Design. Die Coolness haben sie sich bewahrt, nicht nur in ihrer Gestaltung. Zu ihren Auftraggebern zählen adidas, Soundcloud, Zalando oder der Suhrkamp Verlag. Zahlreise Preise.

www.kinzo-berlin.de

Architecture Matters 2020

Julian Nida-Rümelin

Philosoph, LMU München

Prof. Dr. Dr. H.C. Julian Nida-Rümelin gehört neben Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk zu den renommiertesten Philosophen in Deutschland. Er lehrt Philosophie und politische Theorie an der Universität München, ist Autor zahlreicher Bücher sowie präziser, unvoreingenommener Kommentator zu ethischen, politischen und zeitgenössischen Themen. So stieß er eine Debatte zum Akademisierungswahn an, löste mit seinem Buch „Die Optimierungsfalle“ intensive Diskussionen über die Rolle der Ethik in der ökonomischen Praxis aus. Aus einer Künstlerfamilie stammend beschäftigt sich der Kulturstaatsminister a. D. immer wieder mit der Verbindung von Ethik und Stadtarchitektur.

www.julian.nida-ruemelin.de

Architecture Matters 2018

Tobias Nolte

Certain Measures, Berlin-Boston

Certain Measures, gegründet von Tobias Nolte und Andrew Witt, ist ein forschungsbasiertes Designstudio. Mittels maschinellen Sehens und Big Data verwandeln sie Reste in Neues. Redistribution statt Recycling. Nach Architekturstudium und Forschung in Harvard leitete Tobias zuvor die Büros von Gehry Technologies in Paris und New York. Seit September 2019 ist er Professor an der Leibniz Universität Hannover.

www.certainmeasures.com

Architecture Matters 20202019

Harry Parr

Bompas & Parr, London

Sam Bompas und Harry Parr sind Experten für kulinarische Inszenierungen, architektonische Installationen und das Ausreizen unserer Geschmacksnerven. Bekannt wurden sie dank ihrer außerordentlichen Fertigkeiten bei der Herstellung von Wackelpudding, aus dem sie eine Vielzahl von Gebäuden – von Forsters Millenium Bridge bis zu Flughäfen – nachbauten. Sie kochen mit Lava oder Blitzen, kreieren begehbare Wolken-Cocktails, arbeiten mit Unternehmen wie Selfridges, Louis Vuitton oder Mercedes-Benz zusammen und inszenieren Räume in Institutionen wie der Serpentine Gallery, dem Victoria & Albert Museum, dem Salone del Mobile oder dem San Francisco Museum of Modern Art.

www.bompasandparr.com

Architecture Matters 2016

Freek Persyn

Büros 51N4E, Brüssel

Freek Persyn ist Mitbegründer des Büros 51N4E, das er gemeinsam mit Johan Anrys führt. Die Projekte reichen vom architektonischen Maßstab bis zu Visionen für städtische Regionen wie Bordeaux, Brüssel oder Istanbul. Typisch für 51N4E ist, dass sie nicht einfach nur Häuser bauen, sondern weit über die ursprünglich gestellte Aufgabe hinaus wirken. Mit dem TID Tower in Tirana, Albanien, haben sie zum Beispiel nicht nur einen neuen Gebäudekomplex entworfen, sondern zugleich landestypische Bautraditionen wiederbelebt – ein Wissen, das aufgrund des Umbruchs nach dem Zerfall des Ostblocks weitestgehend verloren gegangen war. Natürlich wurde auch 51N4E vielfach ausgezeichnet.

www.51n4e.com

Architecture Matters 2017

Tobias Sauerbier

SIGNA, München

Seit März 2019 ist Tobias Sauerbier Geschäftsführer der SIGNA Real Estate Management Germany GmbH sowie Mitglied des Vorstandes der SIGNA Prime Selection AG. Gemeinsam mit Timo Herzberg ist er für alle Immobilienaktivitäten von SIGNA in Deutschland verantwortlich, einer privat geführten Industrieholding in den Bereichen Real Estate und Retail mit einem Immobilienvermögen von über zwölf Milliarden Euro.

www.signa.at

Architecture Matters 20202019

Julian Scharf

Building Radar, München

Julian Scharf verantwortet als COO das operative Geschäft von Building Radar. Das Startup ist eine digitale Suchmaschine für Bauprojekte, die Gebäude weltweit mittels künstlicher Intelligenz zu einem sehr frühen Zeitpunkt identifiziert. Zu den Kunden zählen Schüco, Vitra oder Linde. Unter Julians Leitung ist die Mitarbeiterzahl von 25 auf 50 gewachsen. Gerade wurde, zusätzlich zu München, ein Vertriebsbüro in New York eröffnet.

www.buildingradar.com

Architecture Matters 2020

Ole Scheeren

Büro OS Group in Peking, Hongkong, Bangkok, Berlin

Radical Chinese: Mit 14 Jahren fing Ole Scheeren zu entwerfen an, mit 21 baute er das erste eigene Haus und tourte durch China, mit 31 wurde er Partner bei OMA, verantwortlich für das Asiengeschäft und plante mit CCTV das zweitgrößte Bürogebäude der Welt. 2010 gründete der heute 44-Jährige sein eigenes Architekturbüro mit Niederlassungen in Peking, Hongkong und Bangkok. Im Herbst 2015 kam eine Dependance in Berlin hinzu.

www.buro-os.com

Architecture Matters 2016

Patrik Schumacher

Zaha Hadid Architects, London

Seit 1988 ist Patrik Schumacher Mitarbeiter im Büro von Zaha Hadid, ab 2002 Partner. Die Pritzker-Preisträgerin war das Gesicht des Büros, die Künstlerin, er das Gehirn. Seit ihrem viel zu frühen Tod im April 2016 führt er das Büro allein weiter. Schumacher ist Co-Autor vieler spektakulärer Projekte, wie dem Kunstmuseum MAXXI in Rom, dem Zentralgebäude des BMW-Werks in Leipzig oder dem Opernhaus in Guangzhou. Zusätzlich zur Architektur wurde er in Philosophie promoviert, hat an zahlreichen Universitäten, wie Yale oder Harvard, unterrichtet. Er hat keine Angst anzuecken. Als obsessiver Denker prägte er den Begriff „Parametrismus“, veröffentlichte 2010 und 2012 in sein theoretisches Manifest „Die Autopoiesis der Architektur“.

www.zaha-hadid.com

© Matthew Joseph (Porträtfoto)

Architecture Matters 2017

David van Severen

Office Kersten Geers David van Severen, Brüssel

Half modern, half something else – Office Kersten Geers David Van Severen ist eines der interessantesten jungen Architekturbüros. Eigenwillig, kompromisslos, auf das Wesentliche reduziert. Kersten Geers (*1975) und David Van Severen (*1978) gründeten ihr Büro 2002. Mit „After the Party“ und Konfetti auf dem Fußboden machten sie 2008 als Kuratoren des belgischen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig erstmals international auf sich aufmerksam. 2010 wurden sie ebenda mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Sie unterrich(te)ten unter anderem am Berlage Institut, der Columbia Universität sowie an der Yale und sind die Kuratoren der diesjährigen Ausgabe der Biennale Interieur in Kortrijk, Belgien.

www.officekgdvs.com

© Tine Cooreman (Porträtfoto)

Architecture Matters 2016

Oleg Shapiro

Wowhaus, Moskau

Gebäude als exzentrische Objekte haben Wowhaus nie interessiert. Ihr Fokus lag von Anfang an auf Kulturbauten und dem öffentlichen Raum – ein in Moskau lange Zeit kaum beachtetes Thema. Dmitry Likin (*1966) und Oleg Shapiro (*1962), beide ausgebildete Architekten, gründeten ihr Büro 2007. In den wilden 1990ern hatten sie keine Lust, protzige Paläste für Neureiche zu entwerfen. Likin wurde Chefdesigner des Fernsehsenders Channel One, Shapiro verkauft Helikopter. Ihre Bau-Zeit begann mit dem Aufbruch nach der Abdankung des langjährigen Moskauer Bürgermeisters Luschkow. Populär wurden Likin und Shapiro mit dem Entwurf für das Strelka Institut und der Neugestaltung des Gorki Parks. Heute zählen sie zu den wichtigsten Architekturbüros in Russland.

www.en.wowhaus.ru

Architecture Matters 2016

Matthias Standfest

Archilyse, Zürich

Dr. sc. Matthias Standfest ist Gründer und CEO der Archilyse AG, eines der derzeit Top25 Proptech Startups in Europa. Dieses stark forschungsgetriebene Spin-off der ETH Zürich bewertet die Qualität von Gebäuden und stellt diese Daten Projektentwicklern, Architekten und Immobilienbesitzern als Software-as-a-Service-Lösung zur Verfügung. Eine Art „DNA-Test für Architektur“. Matthias verfügt über einen breiten universitären Hintergrund, der Architektur, Maschinenbau und Philosophie umfasst.

www.archilyse.com

Architecture Matters 2019

Saskia van Stein

Design Academy Eindhoven

Saskia van Stein ist Kuratorin, Autorin, Moderatorin sowie Mitglied mehrere Beratungsgremien und Jurys. Seit 2019 leitet sie die Masterklasse „The Critical Inquiry Lab“ an der Design Academy in Eindhoven, bei der die künstlerische Forschung im Mittelpunkt steht. Zuvor war sie für sechs Jahre lang Direktorin von Bureau Europa, einer Plattform für Architektur und Design in Maastricht.

www.designacademy.nl

Architecture Matters 20202018

Christiane Thalgott

Stadtbaurätin i. R., München

Von 1992 bis 2007 war Prof. Dr.-Ing. E.h. Christiane Thalgott Stadtbaurätin in München. In diese Zeit fielen wichtige Entscheidungen wie der Umbau des Hauptbahnhofs, der Ausbau des Mittleren Rings oder die Errichtung des Jüdischen Zentrums. Auch nach ihrem beruflichem Ausscheiden engagiert sie sich, unter anderem für ein neues Bodenrecht. Seit 2013 ist sie Mitglied in die Akademie der Künste Berlin.

Architecture Matters 202020192018

Erion Veliaj

Bürgermeister von Tirana

Seit 2015 ist Erion Veliaj, Jahrgang 1979, Bürgermeister von Tirana. Davor war er zwei Jahre Minister für Soziales und Jungend, politisch aktiv ist er bereits seit seiner Jugend. 2003 gründete er die Bürgerbewegung MJAFT!, albanisch für „genug“. Deren Ziel es war, die politische Apathie zu überwinden, die Bürger zu mehr Engagement zu bewegen. Unter Diktator Enver Hoxha war Albanien für Jahrzehnte von der Welt isoliert, in einem Maße wie heute nur Nordkorea. Es war das Land mit der höchsten Bunkerdichte weltweit. Veliaj steht für Öffnung und Austausch. Damit setzt er einen Prozess fort, den sein Vorvorgänger, der Künstler und jetzige albanische Ministerpräsident Edi Rama, begonnen hat. Zentrales Projekt ist Tirana030, ein Stadtentwicklungsplan für die albanische Hauptstadt und das Umland, das die wilde Expansion stoppen will und u. a. einen Grüngürtel aus zwei Millionen Bäumen um die Stadt vorsieht.

www.tirana.gov.al

Architecture Matters 2018

Oliver Wainwright

The Guardian, London

Oliver Wainwright ist der Architektur- und Designkritiker des Guardian. Als studierter Architekt arbeitete er zunächst für mehrere Büros, u. a. OMA in Rotterdam. Er schreibt für zahlreiche internationale Magazine. Für seine tiefgründigen Reportagen über die Immobilienkrise und ein fehlgeleitetes Planungssystem wurde er mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet. Sein erstes Buch, „Inside North Korea“, erschien 2018 bei Taschen.

www.theguardian.com

Architecture Matters 2020

Jörn Walter

ehem. Oberbaudirektor der Freien
und Hansestadt Hamburg

Sechs verschiedene Senate hat Jörn Walter, seit 1999 Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, erlebt. Im Fokus seines Wirkens standen u. a. der „Sprung über die Elbe“, Anlass für die IBA Hamburg, sowie die Planung der Hafencity einschließlich Elbphilharmonie, für die er sich entschieden einsetzte. Aus geplanten drei Jahren Bauzeit wurden zehn, aus 75,3 Millionen Euro Baukosten 865,65 Millionen – doch im Januar wurde der spektakuläre Neubau auf dem Sockel eines ehemaligen Kaispeichers mit Bundeskanzlerin und Bundespräsident grandios eröffnet. Die Kritiker sind verstummt. Das Gebäude gilt als neues Wahrzeichen der Hansestadt. Traut sich München mit seinem neuen Konzertsaal ein vergleichbares visionäres Projekt zu?

www.hamburg.de

Architecture Matters 2017

Joanna Warsza

Berlin, Warschau

2018 wird sie „Public Art Munich“, das internationale Großprojekt für Kunst im öffentlichen Raum in München, kuratieren. Es geht um Meinungsfreiheit, Transparenz und Überwachung, inszeniert als Kongresse im Freien mit Bürgerorchestern, temporären Installationen oder architektonische Pop-Ups. Architektur und öffentlicher Raum sind ihre Schwerpunkte. Zuvor konzipierte die in Warschau geborene Kuratorin u. a. das öffentliche Programm der Manifesta 10 in St. Petersburg sowie „Kamikaze Loggia“, den Georgischen Pavillon auf der 55. Biennale in Venedig, bei dem sie mit informeller Architektur auf die gesetzlose Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion anspielte.

Architecture Matters 2017

Liam Young

Tomorrow’s Thoughts Today, London–Los Angeles

Mit seinem Londoner Think Tank Tomorrow’s Thoughts Today entwickelt Liam Young Szenarien für unsere urbane Zukunft – fantastische, hybride Welten, für die er aktuelle technologische Entwicklungen ausreizt und weiterdenkt. Ausgangspunkt sind Reisen ans Ende der Welt mit seinem nomadischen Forschungsstudio Unknown Fields Division. In Tschernobyl, Area 51, einem militärischen Sperrgebiet in Nevada, oder auf dem zugefrorenen Arktischen Meer sucht er nach Momenten, in denen sich unsere Gegenwart verdichtet und so einen Blick in die Zukunft eröffnet. BBC, NBC, Wired, Time Magazine etc. sind begeistert.

Seine aktuelle Installation „Planet City“ entwirft ein Szenario für eine hochverdichtete Stadt für die gesamte Weltbevölkerung, ausgehend von der Einwohnerdichte von Manila, der gegenwärtig am dichtesten besiedelte Stadt der Erde. Die Fläche dieser Super-Mega-City würde nur die eines durchschnittlichen US-Bundesstaates umfassen.

www.tomorrowsthoughtstoday.com

Architecture Matters 20192017